Kaufberatung Holzterrassen:
Was Sie bei der Planung beachten sollten

Egal ob Sie die Massivholz-Terrasse selbst bauen oder von einem Unternehmen bauen lassen: Es hilft, wenn Sie sich im Vorfeld über ein paar planerische Dinge Gedanken machen. Hier finden Sie eine Liste von Kriterien, die Sie berücksichtigen können. Es unterstützt Sie bei der Entscheidung, wie welche Terrasse gebaut wird. (Dies ist keine Bau-Anleitung, sondern eine Entscheidungshilfe.)

Die Größe ist einer der offensichtlichsten Kriterien: Je größer die Terrasse, desto mehr Platz haben Sie für Stühle, Tische etc. Aber: Je größer die Terrasse, desto teurer wird sie. Auch steigt mit jedem Quadratmeter der Aufwand für die Wartung - etwa reinigen, schleifen, ölen.

Die Lebensdauer einer Terrasse zu bestimmen ist sehr schwierig, weil sie von vielen verschiedenen Faktoren abhängt, zum Beispiel von der verwendeten Holzart, Untergrund, Luftfeuchtigkeit in der Region, Belüftung, Wetter, Sonneneinstrahlung etc.

Was man relativ sicher sagen kann: Je besser eine Terrasse technisch konstruiert wird und je geeigneter das Material ist, das verwendet wird, desto länger wird die Terrasse halten. Mögliche Zeiträume: 15 bis 30 Jahre.

Konkret heißt das als Selbstbauer: Vor dem Bau gut informieren, was es beim Bau einer Terrasse zu beachten gibt.

Für Kunden ist das schwieriger. Sie müssen im Gespräch mit dem Unternehmen ein Gefühl dafür entwickeln, ob dieses weiß, wovon es spricht und ob das Unternehmen interessiert daran ist, eine langlebige Terrasse zu bauen. Wonach Sie fragen und dann eventuell skeptisch werden könnten:

  • Welche Konstruktionshöhe der Terrasse wird geplant? Erforderlich: mind. 70 mm ohne seitlichen Abschluss - sonst ist eine ausreichende Durchlüftung nicht gewährleistet
  • Werden Dielen und Unterkonstruktionshölzer bzw. größeren Auflagebalken mit Abstandshaltern voneinander getrennt? Bei Kontaktflächen breiter als 50 mm ist das erforderlich.
  • Wird jeder Kreuzungspunkt zwischen Dielen und Unterkonstruktion verschraubt? Falls nicht, kann es zu unerwünschtem Klappern kommen.
  • Werden die Schrauben nach einem System verschraubt?
  • Wird bei nicht sichtbaren Befestigungssystem eine Lagesicherung der Diele in Quer- und Längsrichtung sichergestellt? Nur so werden dauerhaft gleichmäßige Fugenabstände und Fugenbild gewährleistet.

Holzterrassen können rechteckig gebaut werden, was einfach ist. Genauso gut können sie an spezielle örtliche Gegebenheiten angepasst werden, zum Beispiel an eine krumme Natursteinmauer, einen gerundeten schon vorhandenen Weg oder einen Gartenteich. Das ist alles möglich, steigert aber den Aufwand und beim Beauftragen einer Firma am Ende den Preis. Eine Empfehlung: Am besten nicht zu kleinteilig denken. Ein möglichst großflächiger Verbund bietet sich für Terrassen an.

Die Optik bei Holzterrassen ist eine recht komplexe Sache. Es gibt Merkmale, die die Optik über die komplette Lebensdauer bestimmen, zum Beispiel die Breite der Dielen und die generelle Konstruktion der Terrasse.

Andere Merkmale dagegen verändern sich mit der Zeit, zum Beispiel die Optik des Holzes an sich und das Aussehen, das durchs Ölen der Dielen bestimmt ist.

Optische Merkmale, die sich nicht verändern:

  • Generelle Konstruktion der Terrasse: Wie groß soll sie sein (siehe "Größe")? Wie sehr passt sie sich an die Gegebenheiten an (siehe "Anpassen an örtliche Gegebenheiten")? Soll sie eine Stufe enthalten oder andere Besonderheiten?
  • Dielengröße: Siehe Punkt "Dielengröße"
  • Verlegerichtung: Siehe Punkt "Verlegerichtung"
  • Holzqualität: Siehe Punkt "Holzqualität"

Optische Merkmale, die sich verändern:

Die Optik der Holzdielen.

Holz ist ein natürlicher Rohstoff, der sich mit den Jahren verändert. Ist die Terrasse überdacht, spielt dieser Aspekt eine deutlich geringere Rolle.

Bei nicht überdachten Terrassen sollte jedem bewusst sein: Die Terrasse wird in ein paar Jahren nicht mehr so aussehen wie am Anfang. Die Dielen werden nach einiger Zeit grau, bei manchen Dielen werden sich kleine Splitter und Risse bilden. In der Regel sind diese kleinen Veränderungen mit Schleifpapier und ein bisschen Handarbeit beseitigt.

Der anfängliche Holzton ist mit vertretbarem Aufwand aber keinesfalls dauerhaft zu erhalten - wie zum Beispiel bei der Forschungsterrasse der Österreichischen Gesellschaft für Holzforschung zu sehen ist, bei der verschiedene Hölzer als Terrassenbelag über Jahre untersucht wurden.

Was bedeutet das nun konkret für die Holzauswahl bei der Planung einer Terrasse?

Wird die Terrasse voraussicht nicht oder nur selten gewartet, und ist sie zudem nicht überdacht, werden die Dielen vergrauen. Zwar gibt es bei den unterschiedlichen Holzarten Unterschiede im Grau-Ton - am Ende sie aber eben alle grau. Der optische Aspekt sollte dann für die Holzauswahl eine eher geringe Rolle spielen. Andere Kriterien wie Langlebigkeit, Preis und Verfügbarkeit gewinnen dann an Priorität.

Sollte die Terrasse jedoch überdacht sein oder sollte sie jedes Jahr entgraut und geölt werden, spielt die Holzauswahl in optischer Hinsicht sehr wohl eine Rolle. Denn alle Hölzer sehen anders aus und sprechen verschiedene Geschmäcker an.

Bei Terrassendielen finden Sie viele Beschreibungen wie "sauber sortiert", "gesundastig", "A-Qualität", "AB-Qualität" und mehr. Leider kann man mit diesen Begriffen oft nicht viel anfangen. Selbst persönliche Aussagen des Holzhändlers "Die kann man am Stück verlegen, maximal zehn Prozent Verschnitt" erweisen sich manchmal als nicht haltbar - und am Ende muss aus jeder zweiten Diele ein großes Loch oder ein Hobelfehler herausgeschnitten werden, was nicht nur die Dielen halbiert, sondern auch den Arbeitsaufwand extrem steigert.

Deshalb: Sofern es irgendwie möglich ist, schauen Sie sich die Dielen vor dem Kauf an und begutachten Sie die Qualität.

Sollten Sie die Terrassendielen von einem Handwerksunternehmen beziehen, das die Dielen selbst mitbringt: Auch in diesem Fall ist eine Besichtigung manchmal möglich. Sprechen Sie auf jeden Fall mit dem Unternehmen über die Dielenqualität und lassen Sie sich genau beschreiben, welche Astlöcher, Hobelfehler und fehlende Maßhaltigkeiten akzeptiert werden und welche nicht.

Je teurer die Dielen, desto höher in der Regel die Qualität.

Dielen gibt es in verschiedenen Längen, Breiten und Stärken (Dicken). Je größer diese Maße, desto teurer sind die Dielen.

  • Stärke: Je dicker, desto besser.
  • Länge: "Je länger, desto besser", gilt nicht uneingeschränkt. Zwar werden je weniger Kopfstöße erzeugt, desto länger die Dielen sind. Das ist optisch ansprechend, und es gibt weniger Kopfstöße, in die Wasser eindringen kann. Allerdings gibt es Dielen, die je stärker zum Verwerfen neigen, desto länger sie sind, Dielen aus Robinie zum Beispiel. Empfehlung: Lassen Sie sich unbedingt vom Holzhändler oder vom Handwerksunternehmen beraten, wie lang die Dielen maximal sein sollten oder welche Alternativen es gibt (zum Beispiel die Keilzinkung - siehe "Dielen keilgezinkt").
  • Breite: Auch hier gilt nicht "je breiter, desto besser". Denn sind die Dielen zu breit, können je nach Holzart und Dicke schneller Risse entstehen, auch steigt mit zunehmender Breite das Risiko, dass sich die Dielen schüsseln. Sind sie zu schmal, steigt der Verlegeaufwand, und die Gesamtoptik leidet. In jedem Fall müssen Breite und Stärke in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen. Lassen Sie sich auch in Sachen Dielenbreite am besten beraten.

Als guten Kompromiss aus Preis, Optik und Haltbarkeit bieten sich zum Beispiele folgende Maße an (von Holzhändlern tatsächlich angebotene, verfügbare Maße):

Stärke x Breite:

  • 22 mm x 120 mm (Eiche)
  • 27 mm x 135 mm (Eiche)
  • 30 mm x 145 mm (Lärche)
  • 24 mm x 120 mm (Kastanie)
  • 32 mm x 140 mm (Kastanie)

Diese Maße sind Beispielmaße. Sie verdeutlichen lediglich eine sinnvolle Größenordnung und Stärken-Breiten-Verhältnis.

Dielen gibt es in glatt und geriffelt. Um es vorweg zu nehmen: Es gibt keinen Grund, sich für die geriffelten zu entscheiden.

Entgegen mancher Intuition sind sie sogar weniger rutschfest als glatte Dielen, wie die Österreichische Gesellschaft für Holzforschung in groß angelegten, langjährigen Versuchen bestätigt hat.

Geriffelte Dielen halten in der Regel weniger lange, weil sich in den Riefen Wasser und Schmutz sammelt. Geriffelte Dielen sind schwieriger zu reinigen. Sie lassen sich schwer bis gar nicht schleifen.

Eindeutige Empfehlung: Glatte Dielen verwenden.

Wird die Terrasse zum Beispiel an einem Haus gebaut, stellt sich die Frage: Werden die Dielen parallel oder quer zum Haus verlegt? Oder sogar diagonal? Allgemeingültige Kriterien, welche die Verlegerichtung beeinflussen, gibt es nicht. Wir empfehlen in der Regel, die Dielen so zu verlegen, dass sie möglichst in der kompletten Länge verwendet werden können. Oder anders: Mit möglichst wenig Verschnitt und möglichst wenig Kopfstößen verlegen.

Ein anderer Aspekt, der berücksichtigt werden kann: Sollte ein Teil der Terrasse überdacht sein, der andere aber nicht, kann es sinnvoll sein, die Dielen parallel zur Dachrinne des Daches zu verlegen. So können einzelne Dielen (die nicht unter Dach sind) bei Bedarf einfach ausgetauscht werden.

Manche Hersteller bieten Dielen keilgezinkt an. Das bedeutet: Sie werden aus Einzelstücke zusammengesetzt und an den Kopfstößen verleimt. Dafür wird die Technik der Keilzinkung benutzt. So können zum Beispiel sechs Meter lange Dielen aus Einzelstücken hergestellt werden, die teilweise selbst nur ein Meter lang sind.

Die Keilzinkung zu verwenden hat zwei Gründe:

  • Nur so können sehr lange Dielen hergestellt werden, die mitunter die komplette Terrassenbreite abdecken und ohne Kopfstöße auskommen.
  • Speziell bei Robinie wird das Zusammensetzen der Dielen aus kleineren Einzelstücken empfohlen, weil dadurch das Verwinden und Drehen der Robinie deutlich reduziert wird. Ohne Keilzinkung sind Robinie-Dielen sinnvollerweise nicht länger als zwei Meter.

Da eine solche Verbindung verleimt wird und generell die Chance besteht, dass hier Wasser in Dielen eindringt, ist sie prinzipiell eine Schwachstelle. Für die Langlebigkeit der Terrasse stellt sie trotzdem kein Problem dar - sofern einige Bedingungen erfüllt sind. Sprechen Sie mit dem Holzhändler und lassen Sie sich glaubhaft versichern, dass die Keilzinkung-Verbindung auf die gewünschte Lebensdauer ausgelegt ist.

Terrassendielen sollten bei der Verlegung eine Holzfeuchte von ungefähr 16 bis 18 Prozent aufweisen. Sind sie deutlich feuchter, trocknen sie, wenn sie schon verlegt wurden, und das Risiko der Rissbildung ist deutlich erhöht. Auch könnten sich die Abstände zwischen den Dielen ungewünscht stark verändern. Sind sie deutlich trockener, ist auch das nachteilig, denn dann werden sie im Freien Feuchtigkeit aufnehmen und im schlimmsten Fall so stark quellen, dass die Fugen zwischen den Dielen stark schrumpfen (oder sogar verschwinden), sodass das Wasser nicht mehr ausreichend ablaufen kann und zu lange auf den Dielen stehen bleibt.

Terrassendielen werden in der Regel von oben verschraubt. Das stellt eine sichere und zuverlässige Verbindung mit der Unterkonstruktion dar und reduziert das Schüsseln der Dielen. Auch können einzelne, von oben verschraubte Dielen entnommen und repariert bzw. ausgetauscht werden. Der Nachteil: Sichtbare Schraubenköpfe (auch wenn es nicht sehr auffällige und optisch durchaus ansprechende Schraubenköpfe gibt).

Die Alternative dazu sind Systeme, bei denen die Diele nicht von oben verschraubt, sondern von unten oder seitlich gehalten wird. Nachteil: Sie sind in der Regel um einiges teurer als Schrauben und technisch nicht immer einwandfrei. Die Österreichische Gesellschaft für Holzforschung empfiehlt, nur Befestigungssysteme mit Eignungsnachweis zu verwenden bzw. zu akzeptieren.

So oder so dürfen bei Terrassen nur Edelstahlschrauben verwendet werden. Im Zweifelsfall hier nochmal das technische Datenblatt beachten. Für Terrassen an der See (Salzwasser) werden zum Beispiel A4- statt A2-Edelstahlschrauben empfohlen. Für manche Holzarten sind diese grundsätzlich nötig.

In der Regel geben die Holzhändler als Herkunftsort Regionen an, etwa “Europa”, “Osteuropa” oder “Skandinavien”. Möchten Sie genauer wissen, wo das Holz herkommt, aus dem Ihre Terrassendielen produziert werden, fragen Sie das ausführende Unternehmen oder den Holzhändler danach. Manche können den Herkunftsort eingrenzen.

Wir verwenden gerne zum Beispiel Eiche- und Kastanien-Dielen aus einem uns persönlichen bekannten Säge- und Hobelwerk im Limousin, Frankreich, das das Holz aus der näheren Region bezieht. Lärche-Dielen können wir von einem Säge- und Hobelwerk in der Eifel beziehen, das die Lärchen aus den belgischen Ardennen bekommt. Sprechen Sie uns gerne darauf an.

Regelmäßiges Reinigen und Ölen kann die Lebensdauer der Terrasse verlängern. Direkt nach der Konstruktion der Holz-Terrasse wird von einer Oberflächenbehandlung abgeraten, damit das Holz ein paar Monate abwittern kann und aufnahmefähiger wird für das Terrassenöl.

Sollte Ihnen ein Unternehmen eine Oberflächenbehandlung direkt nach Konstruktion der Terrasse anbieten, können Sie diese getrost ablehnen. Besser ist es, erst nach dem ersten Winter nach Terrassenkonstruktion die Oberflächenbehandlung durchführen zu lassen oder selbst durchzuführen.

Die Auswahl des optimalen Öls ist nicht ganz einfach: Viele Terrassenöle sind farblos, sie erhalten am ehesten den Farbton des Holzes. Allerdings können nur Öle oder Lasuren mit Farbpigmenten (am besten rötlich-braune) das Holz effektiv gegen UV-Strahlung schützen. Wer seine Terrassendielen damit nicht behandeln will, verzichten mit dem farblosen Öl auf einen Teil des Schutzes.

Aber: Jedes Öl ist besser als keins.

Jede Terrasse braucht eine Unterkonstruktion. Normalerweise bestehen die Unterkonstruktionshölzer aus demselben Material wie die Dielen. Werden die technischen Vorgaben beachtet, stellt das in der Regel kein Problem dar. Manchmal kann es aber sinnvoll sein, die Unterkonstruktion nicht aus Holz, sondern zum Beispiel aus Aluminium zu bauen oder bauen zu lassen.

Soll die Terrasse beispielsweise voraussichtlich 40 Jahre halten, die Lebensdauer der Dielen ist aber auf 20 Jahre ausgelegt, könnte eine Strategie sein: Unterkonstruktion aus Aluminium, Dielen aus Eiche (oder ähnliches). Haben die Dielen ihre Lebensdauer erreicht, werden sie ausgetauscht, die Unterkonstruktion dagegen bleibt. Das spart Arbeit und Kosten (bei höheren Anfangskosten).

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