Begriffserklärung: Was bedeuten die Dielen- und Parkettbezeichnungen?

Die Spitze von zwei Schuhen auf einem Dielenboden

Parkett, Landhausdiele, Schlossdiele - im Bodenbereich gibt es viele verschiedene Begriffe, die oft synonym verwendet werden und zu Verwirrung führen können. Wir versuchen hier, möglichst viele Begriffe einfach zu erklären.

Das Wichtigste vorweg: Hersteller und Lieferanten verwenden häufig unterschiedliche Begriffe für dasselbe Produkt. Wenn Sie sicherstellen wollen, dass Sie wirklich genau das bekommen, was Sie wünschen, sollten Sie unbedingt die technischen Spezifikationen kontrollieren, etwa Zusammensetzung/Material des Bodenbelags und Maße der Dielen.

Wenn zum Beispiel beim einen Händler eine Diele aus massiver Eiche als "Echtholzdiele" verkauft wird, kann derselbe Begriff beim anderen Händler eine 3-Schicht-Diele meinen, bei der lediglich Deckschicht aus echtem Eichenholz besteht.

Hinzu kommt, dass nicht einmal genau definiert ist, was eigentlich mit "Echtholz" gemeint ist.

Hinweise zu unseren Erklärungen

Viele Begriffe bestehen aus zwei oder mehr Wortteilen, die sich auf unterschiedliche Kriterien beziehen. Ein Beispiel: Im Begriff "Mehrschichtparkett" steht "Mehrschicht" für die Art und Weise, wie das Parkett aufgebaut ist. "Parkett" dagegen bezieht sich auf die eigentliche Bodenart und spätere Optik des Bodens.

Wir sortieren die Begriffe hier deshalb nach Kategorien und erklären sie bezogen auf diese. Es kann deshalb sein, dass manche Begriffe mehrfach auftauchen.

Die verschiedenen Begriffe sind nicht immer ganz trennscharf. Wir versuchen zur Verständlichkeit mit eher extremen Beispielen zu arbeiten. Es kann aber durchaus sein, dass zum Beispiel manche Dielen sowohl als “Landhausdiele” als auch “Schlossdiele” bezeichnet werden können.

Wir haben versucht, die Begriffe praxisnah zu erläutern, also im Sinne davon, wie sie verwendet werden. Die Erklärungen können deshalb von den Definitionen nach EN und DIN abweichen.

Bodenart/Optik

  • Dielen: Eindeutig definiert ist der Begriff nicht. Als Dielen werden im Großen und Ganzen relativ lange und schmale für die Bodenverlegung verarbeitete Bretter bezeichnet.
    • Landhausdiele: Die Landhausdiele ist unter den Dielen die kleinere Variante, zum Beispiel ist sie 2 m lang und 12 cm breit. Sie ist unter den "echten" Dielenböden eine gängige Variante. Als "unechte" Dielenböden würden wir Böden bezeichnen, die zum Beispiel aus 50 bis 90 cm langen, also sehr kurzen, Dielen besteht. Der Übergang zwischen Dielenboden und Parkett ist fließend. Grafik zur Erklärung des Begriffs Landhausdiele
    • Schlossdiele: Die Schlossdiele ist deutlich größer als die Landhausdiele. Manchmal wird sie definiert als "raumfüllend", d.h. sie belegt ohne Unterbrechung am Stück den Raum von einer Wand zur anderen, was je nachdem schonmal 4, 6 oder noch Meter sein können. Schlossdielen sind in der Regel auch deutlich breiter als Landhausdielen und werden in Wohnungen und durchschnittlichen Häusern eher selten verbaut. Je nach Qualität und Ausführung kosten Schlossdielen bis zu 400 EUR/qm. Grafik zur Erklärung des Begriffs Schlossdiele
    • Schiffsboden: Die Dielen, die den sogenannten Schiffsboden bilden, sind ausschließlich Fertigdielen, also aus mehreren Schichten zusammengesetzt (während Landhaus- und Schlossdielen auch als Einschicht-, also Massivholzdielen erhältlich sind). Das Besondere: Die Trägerschicht kann die Größenordnungen von Landhausdielen habe, während die Deckschicht, die die Gesamtoptik ausmacht, aus mehreren kleineren, unterschiedlich aussehenden Stäben zusammengesetzt ist. Man könnte sagen: Schiffsböden bestehen aus Fertig-Landhausdielen mit einer kleinteiligeren Deckschicht. Auf der Grafik rot umrandet: Die zusammenhängende Diele, die am Stück verlegt wird - sie kann auf der Oberfläche aber zum Beispiel so gestaltet sein, dass sie wie drei oder noch viel mehr kleine Dielen bzw. Stäbchen aussieht. Grafik zur Erklärung des Begriffs Schiffsboden
  • Parkett: Als Parkettboden wird mehr oder weniger alles Kleinteilige bezeichnet. Die Übergänge zum Dielenboden sind aber fließend. Sehr eindeutig ein Parkettboden ist zum Beispiel ein kleinteiliger Stab-, Fischgräten-, Tafel- oder Mosaikparkettboden, die nicht nur optisch, sondern auch in Sachen Verlegung große Unterschiede zum Dielenboden aufweisen. Manche Hersteller und Händler verwenden den Begriff "Parkett" aber auch als Synonym für "Holzboden". Unter Parkett wird dann vom kleinteiligen Stäbchenparkett bis zur großen Schlossdiele alles einsortiert. Hier zu sehen: Ein Mosaik-Parkett. Grafik zur Erklärung des Begriffs Parkett
  • Parkettdielen: Eine Mischung aus kleinteiligem Parkett und Dielen. Hier werden kleine Parkettstäbe zu normalgroßen Dielen, zum Beispiel 2 m lang, verleimt. Parkettdielen können dann als Diele verlegt werden, haben aber die Optik eines Parkettbodens. Sie lassen sich in Sachen Optik manchmal mit dem Schiffsboden vergleichen, sind aber anders aufgebaut. Parkettdielen bestehen aus massiven Parkettstäben, sind technisch also ein Massivholzboden, während der Schiffsboden aus drei Holzschichten besteht, also technisch ein Fertigparkett ist.
  • Laminat: Laminat weist die größten Unterschiede in der technischen Beschaffenheit des Bodenbelags auf, aber auch in der Optik. Erwähnt sei hier: Laminat gibt es in vielen unterschiedlichen optischen Ausführungen, die von kleinteiligem Parkett bis Schlossdiele mehr oder weniger alles abdecken können.

Material/
Zusammensetzung

  • Massivholzdiele, Massivdiele, Massivholzparkett, Massivparkett: Der Begriff "Massiv" in der Bodenbezeichnung ist ziemlich eindeutig: Er sagt in der Regel aus, dass das Parkett bzw. die Diele aus massivem Holz gefertigt ist. Einfach gesagt: Eine Massivholzdiele bzw. ein Einzelstück eines Massivparketts ist ein Stück Baum, das getrocknet und per Sägen, Hobeln und Fräsen in Form gebracht wurde.
  • Fertigdielen, Fertigparkett, Mehrschichtdielen, Mehrschichtparkett: Diese Begriffe sagen aus, dass die einzelnen Stäbe (Parkett) bzw. Dielen nicht aus einem Stück Holz gemacht wurden, sondern aus zwei oder mehr unterschiedlichen Schichten verleimt wurden. Das hat gegenüber dem Massivholzboden technische Vorteile, aber auch ein paar Nachteile. In der Regel sind Fertigdielen mit einer so dicken Nutzschicht/Deckschicht aus Massivholz ausgestattet, dass sich Fertigdielen und Fertigparkett wie Massivholzböden abschleifen lassen.
  • 2-Schicht-Dielen/-Parkett, 3-Schicht-Dielen/-Parkett: Diese Bezeichnungen präzisieren die Begriffe "Fertig-..." und "Mehrschicht-..." und beschreiben, ob das Parkett bzw. die Diele aus zwei oder drei unterschiedlichen Schichten besteht.
  • Laminat: Laminat besteht wie Fertigdielen/Fertigparkett aus mehreren Schichten. Der größte Unterschied besteht in der Deckschicht. Die besteht in der Regel aus einem sehr dünnen Material, das an Papier erinnert. Die oberste Schicht besteht also nicht aus Massivholz, auch ein Abschleifen ist nicht möglich.
  • Furnierparkett: Das Furnierparkett ist quasi eine Mischung aus Fertigparkett und Laminat. Es besteht ebenfalls aus mehreren Schichten, die Deckschicht/Nutzschicht besteht allerdings aus Massivholz, also echtem Holz (im Gegensatz zum Laminat). Sie ist im Gegensatz zum Fertigparkett aber so dünn, dass sie nicht geschliffen/renoviert werden kann. Dementsprechendgünstiger ist Furnierparkett im Vergleich zu Fertigparkett.
  • Echtholz-/Vollholz-/Holz...-Dielen/-Parkett/-Boden: Mit diesen Begriffen ist leider nicht viel anzufangen, weil sie zu unpräzise sind. Oft ist zum Beispiel nicht klar, ob sich die Bezeichnungen Echtholz, Vollholz, Holz auf den gesamten Parkettstab bzw. die gesamte Diele bezieht oder nur die Deckschicht. Speziell bei diesen Begriffen sollte genau auf die technischen Spezifikationen geachtet werden.
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