Welches Holz für Terrassen? Vor- und Nachteile verschiedener Dielen und Materialien

Welche Holzart ist die richtige für meine Terrassen-Dielen? Es gibt viele verschiedene, und jede hat ihre Vor- und Nachteile.

Wir listen hier nur die Holzarten auf, die wir selbst verwenden. Unsere Kriterien sind:

  • Massivholz
  • Europäisches Holz
  • Weder thermisch noch chemisch behandelt
  • Generell geeignet als Terrassenholz (Buche zum Beispiel ist gänzlich ungeeignet, findet hier deshalb auch keine Erwähnung)

Kastanie

Terrassendielen aus Kastanie bieten ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis und halten lange. Mehr dazu hier.

  • Langlebig (Dauerhaftigkeitsklasse 2 - mehr dazu weiter unten)
  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis (Teurer als Douglasie, günstiger als Eiche, wesentlich günstiger als Robinie - je nach Verfügbarkeit und Angebot)
  • Geringes Schwindmaß: Die Dielen verändern ihre Größe bei sich ändernder Holzfeuchte geringer als die anderen Holzarten - das Holz "arbeitet" weniger
  • Eher weich. Mechanische Belastungen wie Stühlerücken hält Eiche besser aus
  • Biegsam (noch biegsamer als Fichte). Für dieselbe Stabilität müssen die Dielen dicker sein. Oder die Abstände der Unterkonstruktionsbalken werden verringert.
  • Oft nur kürzere Dielen erhältlich (bis ca. 2,5 Meter)
  • Säurehaltig: Rostendes Eisen kann zusammen mit Feuchtigkeit dunkle bis schwarze Flecken verursachen

Robinie

Robinie ist das dauerhafteste europäische Holz für den Außenbereich. Es eignet sich, wenn ein paar Dinge beachtet werden, hervorragend als Ausgangsmaterial für eine Terrasse. Mehr dazu hier.

  • Sehr langlebig (Dauerhaftigkeitsklasse 1-2)
  • Als keilgezinkt-verbundene Dielen erhältlich (bis zu 6 Metern am Stück)
  • Sehr hart, noch härter als Eiche
  • Ziemlich biegefest (ähnlich wie Eiche)
  • Hochpreisig
  • Neigt zu Verwerfungen, arbeitet stark, muss daher gut fixiert werden

Lärche

Lärche ist ein häufig angebotenes Holz für Terrassen, in der Regel stammt es aus Sibirien. Da bei dieser Herkunft die Erntebedingungen nicht ausreichend nachvollziehbar sind, verwenden wir ausschließlich Lärche aus Europa, zum Beispiel aus Belgien. Wegen der nicht optimalen Dauerhaftigkeit empfehlen wir Lärche nur in Kombination mit einer Überdachung.

  • Relativ günstig
  • Lange Dielenlängen verfügbar (bis zu 4 Meter)
  • Ziemlich biegefest
  • Weniger langlebig als Kastanie, Eiche und Robinie (Dauerhaftigkeitsklasse 2-4)
  • Weich. Deutlich weicher als Eiche und Robinie

Eiche

Eiche ist in den letzten Jahren wieder sehr beliebt geworden als Bodenmaterial. Auch als Terrassenbelag eignet sich Eiche sehr gut. Wegen der Neigung zum Reißen der Eiche verwenden wir aber lieber Kastanie, die ähnlich dauerhaft ist.

  • Langlebig (Dauerhaftigkeitsklasse 2)
  • Ziemlich hart, verkraftet mechanische Belastungen wie Stühlerücken besser als Kastanie, Lärche und Douglasie
  • Ziemlich biegefest
  • Tendenziell hochpreisig
  • Säurehaltig: Rostendes Eisen kann zusammen mit Feuchtigkeit dunkle bis schwarze Flecken verursachen
  • Neigt vergleichsweise stark zum Reißen

Im Überblick
(absteigend sortiert, Platz 1 = sehr gut)

Unsere Favoriten für Terrassen sind Kastanie und Robinie. Bei überdachten Terrassen eignet sich auch Lärche sehr gut.

Dauerhaftigkeit

  1. Robinie
  2. Kastanie und Eiche
  3. Lärche

Robinie erfüllt die Dauerhaftigkeitsklasse 1-2 und gilt damit als noch dauerhafter als Bangkirai, einem in Deutschland für Terrassen sehr häufig eingesetzten, tropischen Holz. Bangkirai weist die Dauerhaftigkeitsklasse 2 auf - genauso wie Kastanie und Eiche.

Lärche wird mit den Klassen 2-4 eingestuft.

Wie die Lebensdauer von Holzterrassen maximiert werden kann >>


Preis

  1. Lärche
  2. Kastanie
  3. Eiche
  4. Robinie

Lärchedielen gibt es schon ab ca. 25 Euro pro Quadratmeter. Robinie kann je nach Ausführung über 90 Euro kosten.


Härte

  1. Robinie
  2. Eiche
  3. Lärche und Kastanie

Sind einem kleine Macken in der Terrasse egal, spielt die Härte des Materials eine untergeordnete Rolle.

Wer Wert darauf liegt, dass die Terrassendielen möglichst lange unversehrt bleiben, sollte zur Robinie greifen. Aber bitte keine falschen Vorstellungen haben: Fällt einem aus einem Meter Höhe ein Kochtopf mit der Kante auf den Boden, wird auch bei der harten Robnie ein deutlicher Abdruck zu sehen sein. Auch verursacht das Rücken von Metallstühlen ohne entsprechende Schongleiter in jedem Holz Spuren.

Davon abgesehen: Eine Terrasse im Außenbereich wird sich automatisch schneller stärker verändern als zum Beispiel der Parkettboden im Wohnzimmer.


Biegefestigkeit

  1. Lärche und Robinie
  2. Eiche
  3. Kastanie

Wird die Terrasse von einem Handwerksunternehmen ausgeführt, kann die Biegefestigkeit bei der Auswahl der Terrassendielen vernachlässigt werden. Jedes Unternehmen muss die Terrasse so planen, dass eine ausreichende Stabilität gewährleistet ist, unabhängig vom Material.

Wer selbst eine Terrasse baut und die Anzahl der Unterkonstruktionsbalken begrenzen möchte - hier könnte die Biegefestigkeit zusammen mit der Dielenstärke eine Rolle spielen. Denn je größer die Biegefestigkeit und je dicker die Diele, desto größer kann der Abstand zwischen den Unterkonstruktionsbalken sein, allerdings auch nur unter bestimmten Voraussetzungen.


Schwindmaß (Änderung der Dimensionen bei sich ändernden Holzfeuchte)

  1. Kastanie
  2. Lärche
  3. Eiche und Robinie

Das Schwindmaß beschreibt die Eigenschaft des Holzes, die Dimension (Größe) des Holzes durch die Reduzierung der enthaltenen Feuchtigkeit zu verändern - umgangssprachlich spricht man auch davon, dass das Holz "arbeitet".

Dieses Arbeiten spielt beim Holzbau immer eine Rolle, bei Terrassen aber besonders, weil das Holz dem Wetter ausgesetzt ist. Es arbeitet draußen also deutlich mehr als ein Parkettboden im Innenraum.

Ein niedriges Schwindmaß, wie bei Kastanie, heißt konkret: Die Dielen bleiben im Vergleich zu Lärche, vor allem aber zu Eiche und Robinie, dimensionsstabiler, was im besten Fall das Bilden von Rissen und Spalten reduziert.

Holzarten und Ökologie

Bei der Auswahl der optimalen Holzart für die Terrassendielen werden aus unserer Sicht im besten Fall auch ökologische Kriterien berücksichtigt, zum Beispiel, wie schnell ein Baum wächst, ob er einen positiven Nutzen für das Ökosystem darstellt, wie generell der Bestand der Baumart in Europa aussieht und inwiefern bei der Verwendung dieser Holzart auf Nachhaltigkeit geachtet wird.

Leider ist die Betrachtung dieser Aspekte überaus komplex, und uns ist es nicht möglich, hier eine nachvollziehbar und belastbare Entscheidung zu treffen.

Ist es zum Beispiel sinnvoller, die in Europa einheimische Holzart Eiche der invasiven Holzart Robinie vorzuziehen?

Man könnte argumentieren: Ja - schließlich wird im besten Fall für jede gefällte Eiche eine neue gepflanzt, und Eichen gehören hier nun mal hin.

Man könnte einwenden: Nein - Robinien gibt es in Europa sowieso schon zu viele, und früher gab es sie hier nicht. Jede gefällte Robinie ist eine gute Robinie. Davon abgesehen wächst die Robinie deutlich schneller als die Eiche und ist auch mit kargen Böden zufrieden.

Holz aus Plantagen ja oder nein?

Andere Frage: Stammt das Holz besser aus Plantagen oder aus einem natürlichen Wald?

Für den Wald spricht: Es werden keine Plantagen benötigt, die eine Mono-Kultur darstellen. Für die Plantage spricht: Der Wald hat seine Ruhe. Und in der Plantage kann gezielt und kontrolliert genau der Baum heranwachsen, der benötigt wird.

Darüber, welche Vorgehensweise beim Thema nachhaltige Waldbewirtschaftung die beste ist, sind sich nicht einmal Fachleute einig. Für uns steht fest: Wir verwenden nur Holz aus Europa, und so irgend möglich beziehen wir es aus Säge- und Hobelwerken, die wir persönlich kennen und die uns mitteilen können, wo sie unter welchen Bedingungen ihr Holz her haben.

Wir denken, dass das in Sachen Nachhaltigkeit und Ökologie zumindest ein Schritt in die richtige Richtung ist.

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